Kompetenzzentrum für Medizintechnik Mecklenburg-Vorpommern

Unsere Forschungsgebiete - Ihre Anwendungen

Die Forschung am IIB e.V. konzentriert sich auf technologieintensive Bereiche der Medizintechnik zur Entwicklung neuer Therapie- und Diagnostikplattformen sowie Prüftechnik für Medizinprodukte. Schwerpunkte sind die Gebiete: Stenttechnologie | Elektrostimulationselektroden | Augenimplantate | bioresorbierbare Materialien | biofunktionalisierte Implantatoberflächen und Drug-Delivery-Systeme | Implantatbeschichtung. Unsere Expertise zur Lösung biomedizinischer Fragestellungen reicht dabei von der Analytik und Modifikation von Materialien über deren Charakterisierung hinsichtlich Biokompatibilität, Funktionalität und Festigkeit bis hin zum werkstoffgerechten Design:

EU-geförderte Verbundforschungsvorhaben

 

 

Der IIB e.V. wird im Rahmen verschiedener Vorhaben von der Europäischen Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie dem Europäischen Sozialfond (ESF) im Operationellen Programm Mecklenburg-Vorpommern 2014-2020 kofinanziert.

 

Erweiterung der Labor- und Geräteausstattung am IIB e.V. als Kompetenzzentrum für Medizintechnik

Durch die Zuwendung wird der Ausbau der wirtschaftsnahen Infrastruktur zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sowie die Unterstützung der Entwicklung der regionalen Wirtschaft bezweckt. Das geförderte Vorhaben dient dem Zweck der Förderung der Forschung und Wissensverbreitung sowie der Generierung neuen Wissens

 

Rasterelektronenmikroskop zur Untersuchung von biologischem Gewebe unter nativen, feuchten Umgebungsbedingungen

Rechentechnik für numerische struktur- und strömungsmechanische Simulationen

High-Speed-Kamera-Technik für Pulse Duplicator System zur Analyse des Öffnungs- und Schließverhaltens von Herzklappenprothesen

3D-Drucker für die Herstellung von Implantat- sowie Applikatorprototypen, Freiformkörpern und Werkzeugen zur Herstellung von Gefäßmodellen

Universalprüfmaschine zur statischen Material- und Bauteilprüfung

Pulse Duplicator System zur hydrodynamischen Charakterisierung von Herzklappenprothesen

Herzklappendauertester zur Ermüdungsprüfung von Herzklappenprothesen

Optisches Materialografie-Mikroskop zur Mikrostrukturanalytik von Biomaterialien und Implantaten

 

Card-ii-Omics

Kardiovaskuläre Implantatentwicklung-Infektionen-Proteomics: Prävention, Diagnostik und Therapie von Implantatinfektionen

 

TheraVista

Neue Therapieplattformen für die Vaskuläre Intervention - Systeme, Technologien, Applikationen und Prüfverfahren

 

TheraMagna

Entwicklung eines neuartigen abbaubaren koronaren Gefäßscaffolds

 

MediStream

Biokompatible modulare fluidische Systeme für das Handling von sensiblen Materialien für biomedizinische Anwendungen

 

NovaCard

Entwicklung innovativer xenogener Perikardmaterialien für eine neue Generation von Herzklappenprothesen

RESPONSE-Partnerschaft für Innovation in der Implantattechnologie

Im Zentrum der Forschung stehen die bessere Versorgung multimorbider Patienten und die Erhöhung der Lebensqualität bis ins hohe Alter. Dazu sollen alle Akteure in Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft und der Kostenträger besser kooperieren. Unterschiedliche Disziplinen aus der Medizin, den Ingenieur- und Naturwissenschaften, der Demografie, der Versorgungsforschung sowie Gesundheitsökonomie müssen hier sehr eng zusammenarbeiten, um erfolgreich zu sein. Angestrebt werden klinisch relevante Therapien mit innovativen Implantaten, die zu einer Entlastung des Gesundheitssystems bei der Behandlung von Volkskrankheiten, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Grauer und Grüner Star, Schwerhörigkeit und Taubheit, führen. RESPONSE entwickelt hierfür Implantate, die in besonderer Weise ihr Zielgewebe berücksichtigen und eine gewebe- und implantatspezifische Antwort auf zelluläre Prozesse in der Implantatregion geben. Gleichzeitig soll die Lebensdauer der Implantate deutlich erhöht werden, indem durch verbesserte Implantatwerkstoffe und -designs Wiedereingriffe erleichtert sowie notwendige Implantaterneuerungen reduziert werden können. Dies bedeutet auch die Ausweitung minimalinvasiver Techniken auf neue Anwendungen in der Implantattechnologie. Die an RESPONSE beteiligten Unternehmen werden dadurch in die Lage versetzt, ihre Positionen in Markt und Wettbewerb weiter auszubauen. Auf diese Weise leistet RESPONSE wichtige Beiträge zur Lösung einer volkswirtschaftlich und gesellschaftlich bedeutsamen Problemstellung und führt zu Wirtschaftswachstum auf dem Gebiet der Medizintechnik in den neuen Bundesländern.

Das Konsortium RESPONSE – Partnerschaft für Innovation in der Implantattechnologie,  unter Führung des Instituts für Biomedizinische Technik der Universitätsmedizin Rostock, koordiniert eines der zehn herausragenden Forschungskonsortien, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis 2020 mit insgesamt 500 Millionen Euro gefördert werden. Auf RESPONSE entfallen 45 Millionen Euro, die an die beteiligten wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen gehen. Als eine der beteiligten Forschungseinrichtungen wird der IIB e.V. innerhalb von RESPONSE gefördert.

 

Link zur RESPONSE-Website:

www.response.uni-rostock.de

Implantatentwicklungen und biomechanische Untersuchungen

Am IIB e.V. durchgeführt werden Implantatent-
wicklungen basierend auf experimentellen und numerischen biomechanischen Untersuchungen zur Optimierung der Implantatkonstruktion unter Berücksichtigung der Wechselwirkung mit biologischen Geweben insbesondere für die Bereiche der vaskulären Intervention, Augenheilkunde und Orthopädie. Hierzu werden computergestützte Simulationen des Implantatverhaltens mit Hilfe von Finite-Elemente-Analysen (FEA) durchgeführt, die von experimentellen Untersuchungen der Eigenschaften der Implantat-
materialien und der umgebenden biologischen Gewebe- und Organstrukturen begleitet werden. Ein Anwendungsgebiet ist die Modellierung der Anpassung des Auges an Nah- und Fernsicht (Akkommodation). Diese Untersuchungen sind wesentlich für die Entwicklung neuartiger Konzepte für akkommodationsfähige künstliche Intraokularlinsen.

Biomaterialien, Oberflächenmodifizierung, Drug-Delivery-Systeme

In der Medizintechnik gewinnt die Modifikation von Implantatoberflächen zur Steuerung der Zelle-Implantat-Interaktion ständig an Bedeutung. Für ein problemfreies Einwachsen von Implantaten in das umgebende Gewebe müssen dabei unspezifische und unkontrollierte Wechselwirkungen minimiert und biologisch aktive Komponenten an der Implantatoberfläche zur gezielten Steuerung der Zelle-Implantat-Interaktion angesiedelt werden. Wir entwickeln Konzepte zur chemischen Modifizierung der Oberflächen und zur Ausrüstung der Implantate mit pharmakafreisetzenden Beschichtungen für eine gezielte Steuerung der Wechselwirkung mit den jeweiligen umgebenden biologischen Gewebe- und Organstrukturen. Wichtiger Bestandteil dieser Projekte ist die chemische Analytik, beispielsweise zur Charakterisierung des Pharmakafreisetzungsverhaltens aus Drug-Eluting-Beschichtungen.

Entwicklung von Messverfahren und Spezialgerätebau

Neue Implantate erfordern oft neue Verfahren und Geräte zum Nachweis von Funktion und Qualität. Mit innovativen technischen Lösungen entwickeln und bauen wir in unserer feinmechanischen Versuchswerkstatt und unserem Elektroniklabor Geräte für Spezialprüfungen, beispielsweise zur mechanischen Charakterisierung. Schwerpunkt der Entwicklung sind Prototypen für die eigene Forschung sowie für Kooperationspartner und Auftraggeber. Erfolgreiche Beispiele für Spezialgeräteentwicklungen sind Prüfstände zur laseroptischen Vermessung von Ballonkathetern und Stentsystemen und für die mehrachsige, nicht-radiale Dauerbelastung von selbstexpandierenden Stents. Diese Prüftechnik ist im Prüflabor für Medizinprodukte des IIB e.V. validiert worden und wird dort für standardisierte Tests eingesetzt, die von internationalen Auftraggebern nachgefragt werden.